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Doppelt hält (und forscht!) besser: Zwei Prae-Docs an der WU stellen sich vor

Franziska Lessky und Sabine Weiß

Emerging Researchers, 25.05.2020


Franziska Lessky und Sabine WeissFranziska Lessky und Sabine Weiß sind Universitätsassistentinnen und PhD-Studierende an der Abteilung für Bildungswissenschaft der Wirtschaftsuniversität Wien (WU), die von ao.Univ.-Prof. Dr. Erna Nairz-Wirth geleitet wird. Beide schreiben ihre Dissertationen im Bereich der Hochschulforschung, lehren im Masterstudium Wirtschaftspädagogik und arbeiten gemeinsam in Forschungsprojekten. Im Rahmen dieses Blogbeitrags schreiben sie von ihren Dissertationsprojekten und Erfahrungen als Prae-Docs. Während Franziska von ihrem Forschungsaufenthalt in Australien berichtet, erzählt Sabine von der Themenfindungsphase zu Beginn des Doktorats.

Wovon handelt Franziskas Dissertationsprojekt?

Franziska arbeitet seit vier Jahren an ihrem Dissertationsprojekt. Darin untersucht sie Bewältigungsstrategien von First-in-Family Studierenden. Unter diesem Begriff werden Studierende gefasst, die als erste in ihrer Familie ein Studium absolvieren und nicht auf studienbezogene Erfahrungen von Eltern, Geschwistern oder Lebenspartner*innen zurückgreifen können. Dabei interessiert Franziska besonders, wie First-in-Family Studierende ihren Alltag organisieren und inwiefern studienbezogene Sinnzuschreibungen studentische Lebensführung anleiten.

Franziska Lessky „Im Rahmen meines Dissertationsprojektes erhalte ich tiefe Einblicke in unterschiedliche Lebensgeschichten. Die Auseinandersetzung mit diesen bereichert mich sowohl auf einer akademischen als auch auf einer persönlichen Ebene. Die Zeit als PhD-Studierende empfinde ich als aufregende und persönlichkeitsbildende Phase, in welcher man laufend neues lernen und sich weiterentwickeln kann.“

Im Jahr 2018 absolvierte Franziska im Rahmen einer Nachwuchsförderung der WU einen mehrwöchigen Forschungsaufenthalt an drei australischen Universitäten. Während eines Besuchs von Prof. Sarah O’Shea – eine der führenden Forscher*innen zu „Student Equity“ – an der Abteilung, entstand die Planung für Franziskas Auslandsaufenthalt. Für die darauffolgende Antragstellung war es vor allem entscheidend hervorzuheben, wie man als Nachwuchswissenschafter*in von einer internationalen Forschungsreise profitieren kann. Während ihres Aufenthaltes absolvierte Franziska zwei Konferenzbesuche, hielt drei Vorträge und beforschte institutionelle Maßnahmen, die der Unterstützung von First-in-Family Studierenden dienen. Neben gewonnenen Erkenntnissen, die Franziska in ihre Dissertation einfließen lassen möchte, konnte sie auch wertvolle Erfahrungen dahingehend mitnehmen, wie das Wissenschaftssystem in anderen Ländern funktioniert. Zum Beispiel ist es für Wissenschafter*innen in Australien besonders wichtig auch in sozialen Medien (z.B. Twitter) aktiv zu sein und die eigene Forschung sollte über bedeutende Suchportale (z.B. Google-Scholar) zugänglich sein. Auch internationale Journalrankings, wie z.B. Scimago, spielen eine wichtige Rolle für die weitere akademische Laufbahn.

Worüber schreibt Sabine ihre Dissertation?

Sabine arbeitet seit zwei Jahren an der Abteilung für Bildungswissenschaft und engagiert sich darüber hinaus in der Studienvertretung, im Rahmen derer sie sich den Anliegen von Doktoratstudierenden widmet. Zuvor hat sie das Masterstudium ‚Socio-Ecological Economics and Policy‘ absolviert. Im Zuge eines NEURUS fellowships konnte sie ihre Masterarbeit an der Arizona State University in den USA verfassen. Sabine hat vor kurzem ihr Dissertationsthema festgelegt und damit die Orientierungsphase abgeschlossen. Diese vergleicht sie gerne mit dem Bau eines Puzzles ­ aus verschiedenen ‚Puzzlesteinen‘ entsteht das eigene Forschungsdesign. Während zur ersten Orientierung eine Literaturrecherche oft hilfreich ist, fand sie bei der Zusammenfügung der ‚Puzzleteile‘ den Austausch mit anderen ‚academics‘ sehr fruchtbar.

Sabine Weiß„Als ich begonnen habe als Prae-Doc zu arbeiten, konnte ich mich rasch einfinden, da ein enger Austausch innerhalb des Teams vorhanden ist. Besonders toll finde ich, dass andere Prae-Docs und Post-Docs gerne bereit sind, ihr Wissen zu teilen und ihre Erfahrungen weiterzugeben.“

Sabine beschäftigt sich nun in ihrem Dissertationsprojekt mit Bildungsübergängen von nicht-traditionellen Studierenden. Im Fokus ihrer Arbeit stehen die studienbezogenen Erfahrungen von Arbeiter*innenkindern und deren Resilienz. Besonders inspiriert haben sie Forschungsarbeiten aus Großbritannien über „working-class students“. Sabine nähert sich diesem Thema mittels eines qualitativen Forschungszugangs. Sie führt Interviews mit Studierenden aus verschiedenen Studienrichtungen und stützt sich in ihrer Arbeit auf Konzepte von Pierre Bourdieu.

Sowohl Franziska als auch Sabine ist es wichtig, im Rahmen ihrer Dissertationsprojekte die Perspektiven der Studierenden in den Mittelpunkt zu rücken und „student voices“ hörbar zu machen.

Weiterführende Links:

Forschungsprofil von Franziska (Twitter)
Forschungsprofil von Sabine

Weitere PhD-Netzwerke: innerhalb der Bildungswissenschaft Emerging Researchers' Group (EERA) und innerhalb der Hochschulforschung ECHER (international), HoFoNa (Deutschland) und Hofo-Netzwerk (Österreich)


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