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„Bildungsanliegen des Unterrichtsfachs Bewegung und Sport sichtbar machen"

Andreas Raab stellt sich vor

andreas.raab@univie.ac.at Twitter: @_Andreas_Raab, 23.07.2020


In meinem Dissertationsprojekt befasse ich mich mit den Perspektiven einer fortschreitenden Digitalisierung für das Unterrichtsfach Bewegung und Sport. Mein Ziel ist, den Beitrag, den der Einsatz von digitaler Informations- und Kommunikationstechnologie zu einem qualitätsvollen und zeitgemäßen Sportunterricht gegenwärtig und zukünftig leisten kann, herauszuarbeiten. Dabei sollen Optionen der Gestaltung bzw. Unterstützung an der Schnittstelle zwischen fachimmanenten analog-körperlichen Lernprozessen und digitalen Wissenskulturen sowie Erfahrungsräumen ausgelotet werden. Den theoretischen Rahmen bildet die Verknüpfung der erziehungswissenschaftlichen Diskussion zu Chancen und Grenzen einer Digitalisierung im Bildungsbereich mit curricularen und methodisch-didaktischen Ansprüchen an den sowie technologischen Möglichkeiten im Sportunterricht. Empirisch arbeite ich mit einem qualitativen Untersuchungsdesign, in dem leitfadengestützte semi-strukturierte Interviews sowie Gruppendiskussionen mit Sportlehrkräften zur Anwendung kommen, die entlang der Grounded Theory Methodologie induktiv ausgewertet werden.

Bei meiner Tätigkeit ist es mir wichtig, ein umfassendes Verständnis des Unterrichtsfachs Bewegung und Sport mit seinen zentralen Bildungsanliegen zu fördern. Ich denke, dass dieses im schulischen Fächerkanon einen wichtigen Beitrag zur ästhetisch-expressiven und ganzheitlichen Bildung von Kindern und Jugendlichen leisten kann. Meiner Meinung nach kann Schulsportforschung demnach nicht nur wesentlich zur Weiterentwicklung des Fachs selbst, sondern auch von Schule insgesamt beitragen. In diesem Kontext darf ich auch auf einen in meiner Arbeitsgruppe verfassten Beitrag als Replik zum ausgesetzten Bewegungs- und Sportunterricht nach Wiederöffnung der Schulen während der Covid19-Krise hinweisen: https://news.univie.ac.at/uniview/wissenschaft-gesellschaft/detailansicht/artikel/zentral-ist-die-erfahrung-des-sich-bewegens/

Ausgehend von fachspezifischen Themen sehe ich gleichzeitig disziplinübergreifend Potential für Forschungsprojekte und Schul- und Unterrichtsentwicklung. Dieses könnte in den Bereichen Gesundheitsförderung (z.B. Konzeption und Evaluation von diesbezüglichen Projekten im Setting Schule) oder (digitale) Medienkompetenz (z.B. Reflexion von normativen Körperbildern und körperlichen Inszenierungsprozessen) liegen. Auch in meiner eigenen Lehre versuche ich sportpädagogische Themenfelder fachübergreifend aufzubereiten. So habe ich bereits ein für Lehramtsstudierende aller Fächer offenes Seminar zu Gesundheitsförderung und Suchtprävention gehalten und plane mit Kolleg*inn*en für das Sommersemester 2021 eine Lehrveranstaltung zu Digitaler Bildung im Zusammenhang mit den Phänomenen Körper und Bewegung.

Abschließend finde ich es persönlich immer spannend, in den Austausch mit Kolleg*inn*en aus der Bildungswissenschaft bzw. anderen (Fach-)Didaktiken zu kommen und freue mich bei Anregungen oder ähnlichen gemeinsamen Forschungsanliegen über Kontaktaufnahme.

Beste Grüße

Andreas


andreas.raab@univie.ac.at Twitter: @_Andreas_Raab Mein Name ist Andreas Raab und ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter (prae doc) und Lektor an der Abteilung Sportpädagogik, Fachdidaktik Bewegung und Sport, Sozial- und Zeitgeschichte des Sports am Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien. Zuvor war ich u.a. mehrere Jahre als Lehrer und Klassenvorstand an einer AHS tätig und habe im Zuge eines Fulbright Stipendiums zwei Semester als Sprachassistent an einem US-amerikanischen Liberal Arts College verbracht. Meine Forschungsinteressen liegen vor allem in den Bereichen Digitalisierung, Diversität und Lehrplanentwicklung im Zusammenhang mit Bewegungs- und Sportunterricht.