Neue Sektion “Inklusion, Diversität und soziale Ungleichheit” (IDU)

Die Etablierung eines inklusiven Bildungssystems, das Diversität anerkennt und individuellen Bedürfnissen gerecht wird, ist ein zentrales Ziel internationaler, europäischer und österreichischer Bildungspolitik. Bildungswissenschaftliche Forschung spielt dabei eine Schlüsselrolle, indem sie Herausforderungen wie Ableismus, Rassismus, Sexismus und Klassismus analysiert und Konzepte für eine differenzsensible Bildung entwickelt, an der alle teilhaben können. Der Aufbau inklusiver Bildungssysteme bleibt jedoch eine komplexe Aufgabe. Nationale und internationale Studien zeigen, dass soziale Differenzkategorien – etwa Behinderung, Sprache, Migration, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Religion oder soziale Herkunft – in formalen Bildungsinstitutionen weiterhin mit strukturellen Barrieren und potenzieller Diskriminierung verbunden sind. Ein zentrales Spannungsfeld besteht dabei in der Gleichzeitigkeit inklusiver Reformen und der fortbestehenden (Re-)Produktion segregierender Strukturen. Zudem hat die Priorisierung von Kostenneutralität in Bildungspolicies in den letzten Jahren zur normativen Entkernung inklusiver Bildung geführt.

Die Sektion Inklusion, Diversität und soziale Ungleichheit verfolgt vor diesem Hintergrund ein breites Verständnis von Inklusion, das sämtliche Diversitätsdimensionen umfasst. Neben der Untersuchung von Bildungsungleichheiten rückt sie die Intersektionalität von Differenzkategorien in den Fokus. Sie steht für eine Verschränkung von empirischer Bildungsforschung, inklusiver Fachdidaktik und Professionalisierung sowie theoretischen Auseinandersetzungen mit der Zielperspektive eines inklusiven Bildungssystems. Um dieses Ziel zu erreichen, sucht die Sektion auch den Dialog mit Bildungsverwaltung, -politik und -praxis. 

Darüber hinaus engagiert sich die Sektion im Austausch mit anderen Sektionen, Kollaborationen mit internationalen Netzwerken, organisiert regelmäßig Veranstaltungen, betreibt Nachwuchsförderung, entwickelt Forschungsprojekte und Veröffentlichungen.

Tobias Buchner und Natascha Khakpour wurden vorstandsseitig beauftragt, bis zur Wahl im Rahmen des Kongresses 2026 die Geschäfte der Sektion als Gründungsvorsitzende zu führen. Eine Sektionstagung im Herbst 2025 ist seitens der Proponent:innen der Sektion bereits in Vorbereitung.

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